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Frauen in der Zoonosenforschung

Weltfrauentag_2022_Zoonosenplattform

                                                                                                                                                                                                                                            

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Der Tag steht für den Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter und für die Einforderung von Frauenrechten, wie beispielsweise dem Wahlrecht.  Seit 1911, als der Frauentag erstmals gefeiert wurde, hat sich einiges im Hinblick auf die Gleichberechtigung von Frauen, zumindest in Deutschland, getan. Betrachtet man jedoch andere Regionen der Welt wird schnell klar, dass es noch einer weiter Weg bis zur globalen Gleichstellung der Geschlechter ist. Auch ein Blick in die Wissenschaftslandschaft in Deutschland zeigt noch einige Ungleichheiten auf. So lag zwar beispielsweise der Frauenanteil beim wissenschaftlichen Personal an deutschen Hochschulen 2019 bei insgesamt 40,2 %, unter den Professuren betrug er jedoch nur 25,6 % (siehe Chancengleichheits-Monitoring 2021, DFG).

In der Zoonosenforschung gibt es eine Vielzahl talentierter Frauen, die mit Ihren Arbeiten einen wertvollen Beitrag zu den Erkenntnissen aus diesem Forschungsgebiet beitragen. Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen möchte daher den Weltfrauentag 2022 zum Anlass nehmen, einige spannende Frauen in der Zoonosenforschung in den Fokus zu rücken. Woran forschen Sie und was treibt Sie an? Lassen Sie sich von Ihren Berufswegen inspirieren.

Prof. Dr. Cornelia Silaghi

„Ich bin Professorin am Friedrich-Loeffler-Institut und befasse mich schwerpunktmäßig mit der Fähigkeit von Arthropoden (z. B. Stechmücken oder Zecken) verschiedenste (zoonotische) Pathogene wie Viren, Bakterien und Parasite zu übertragen und welche extrinsischen und intrinsischen Einflussfaktoren dafür eine Rolle spielen. Meine Arbeit wie auch meine Arbeitsgruppe ist sehr vielfältig und beinhaltet sowohl Arbeit im Freiland als auch experimentelle Laboruntersuchungen, auch unter Hochsicherheitsbedingungen. In einem Projekt untersuchen wir derzeit, ob und wie sich Doppelinfektionen von Stechmücken mit mehreren verschiedenen Flaviviren auf die Vektorkompetenz auswirken. Das ist vor dem Hintergrund, dass in Teilen Deutschlands das West Nil Virus endemisch geworden ist, hochaktuell und sehr wichtig für eine Risikoabschätzung.

Ich bin immer schon Dingen gerne bis auf den Grund gegangen; somit wurde mir schon im Grundschulalter von meinem Vater eine Forscherinnenkarriere prophezeit. Meiner Ansicht nach sollte jede*r im Leben versuchen das zu tun, wofür man brennt und worin man gut ist. Ich schätze es als ein Privileg, die Möglichkeit bekommen zu haben, mein Berufsleben der Wissenschaft zu widmen und habe die Entscheidung, in die Forschung zu gehen, nie bereut. Jetzt ist mir ein Herzensanliegen, talentierte und motivierte Nachwuchswissenschaftler*innen zu fördern und zu fordern und sie zu einem Karriereweg in der Wissenschaft zu motivieren.“

 

C. Silaghi, FLI

Prof. Dr. Cornelia Silaghi (Bild: Friedrich-Loeffler-Institut)

 

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Prof. Dr. Simone Bergmann

Prof. Dr. Simone Bergmann

„Ich bin Dr. Simone Bergmann, außerplanmäßige Professorin am Institut für Mikrobiologie der TU Braunschweig, und erforsche seit über 20 Jahren bakterielle Pathogenitätsmechanismen von human- und tierpathogenen Streptokokken und Pneumokokken. Ich empfinde meinen Beruf als wahre, leidenschaftliche Berufung, da er mir die Möglichkeit gibt, tiefe und bislang unbekannte Erkenntnisse über die biologischen Abläufe im Verlauf von Infektionskrankheiten zu erhalten und damit die essenzielle Grundlage für neue Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten zu schaffen. Die weltweite Vernetzung und der intensive Austausch mit Wissenschaftler*innen sowohl auf dem gleichen Forschungsgebiet als auch auf interdisziplinärer Ebene bereichert meine Forschung und schafft immer wieder neue spannende Anreize. Eine ganz besondere Auszeichnung meines Berufsalltags ist die Einbindung in die universitäre Lehre, die mir sehr viel Spaß macht und mir die Möglichkeit gibt, den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Forschung zu begeistern und umfassend auszubilden.“

Prof. Dr. Elke Hertig

„Mein Name ist Elke Hertig, ich bin Professorin für Regionalen Klimawandel und Gesundheit an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Meine Schwerpunkte sind unter anderem die Weiterentwicklung der Modellierung von Vektorverbreitungen (Aedes und Anopheles Arten) und Krankheitsrisiken (Dengue, Chikungunya, Zika, Gelbfieber und Malaria) und folglich die Abschätzung des Risikos vektorübertragener Krankheiten unter Bedingungen des Klimawandels und der Landnutzungsänderungen.

Vektorübertragene Krankheiten stellen eine große gesundheitliche Bedrohung für menschliche Gesellschaften dar mit Millionen von betroffenen Menschen. Es wird zunehmend deutlich, dass sich die Situation mit Bezug auf die betrachteten Krankheiten unter Fortgang des Klima- und Landnutzungswandels verschärfen wird. Ich beschäftige mich mit diesen Themen, da sie eine große Relevanz haben und ich die interdisziplinäre Arbeit innerhalb der Zoonosenforschung hochgradig spannend und bereichernd finde.“

 

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Prof. Dr. Elke Hertig (Bild V. Satzinger, Uni Augsburg)

 

A_Obiegala (Bild: Uni Leipzig)

Dr. Anna Obiegala

Dr. Anna Obiegala

„Mein Name ist Anna Obiegala. Ich arbeite seit 10 Jahren in der Zoonosenforschung und bin promovierte Tierärztin. Ich habe nach dem Studium schnell gemerkt, dass ich nicht aufhören möchte zu lernen und sehr wissbegierig bin. Eine Karriere in der Forschung war somit für mich die logische Konsequenz. Ich identifiziere mich stark mit den Inhalten meiner Arbeit und freue mich heute noch immer genauso über ein gelungenes Experiment wie am Anfang meines Werdegangs. Ich bin nach wie vor neugierig auch was kommende Forschungsfelder angeht und wie sich das Berufsfeld „Forschung“ weiterentwickeln wird.“

 

Bildnachweis Grafik Header: modifiziert von pikisuperstar/ freepik.com, Dana A. Thal

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