Bakteriologie: Forschungszweig der Biologie und Medizin, der sich mit Bakterien befasst. Dabei werden u. a. die Eigenschaften von Bakterien analysiert und neue Wege für Diagnostik und Therapie erforscht. Ein wichtiges Forschungsfeld in der Bakteriologie sind Resistenzen. Manche Bakterien haben ihren Stoffwechsel an vorhandene Antibiotika angepasst, so dass sie von ihnen nicht mehr angegriffen werden können. Zudem können Bakterien diese Eigenschaften unter einander austauschen. Dies bringt neue Herausforderungen für die Forschung und die Patientenversorgung mit sich.
Virologie: In der Virologie werden Gestalt und Funktion von Viren erforscht. Dabei spielt die Suche nach der Herkunft, die Einordnung in bekannte Virusfamilien und die Suche nach neuen Viren eine bedeutende Rolle. Ziel der Forschungsarbeiten sind häufig neue Therapie- oder Impfmöglichkeiten. Dabei wird auch untersucht, welche Mechanismen bei Viren vorliegen, um die angeborene oder erworbene Immunabwehr zu umgehen oder sich an neue Wirte anzupassen.
Immunologie: Forschungszweig der Medizin, der sich mit den Grundlagen des Abwehrsystems des Körpers befasst. Dabei wird zwischen angeborener und erworbener Immunabwehr unterschieden. Alle Lebewesen sind mit einem angeborenen Immunsystem ausgestattet. Es ist die erste Barriere, auf die ein Erreger nach dem Eintreten in einen Körper stößt. Dazu gehören neben echten Barrieren wie der Haut beispielsweise Immunzellen, die fremdartig wirkende Eindringlinge in Schleimhäuten und im Blut beseitigen können. Die Mechanismen der angeborenen Immunabwehr sind wenig spezifisch, dafür jedoch breit wirksam. Zur erworbenen Immunabwehr gehören zum Beispiel Antikörper, die vom Körper nach dem Kontakt mit einem neuen Erreger gebildet werden. Diese tragen wesentlich dazu bei, dass ein Erreger schnell von Immunzellen erkannt und unschädlich gemacht werden kann und dass eine Krankheit ausheilt. Die Entwicklung des erworbenen Immunsystems dauert jedoch einige Tage, in denen das angeborene Immunsystem im Rahmen seiner Möglichkeiten – zum Beispiel mit Fieber – die Aufgabe übernimmt, einen dem Körper unbekannten Erreger in Schach zu halten. Die Mechanismen des erworbenen Immunsystems wirken sehr spezifisch für die einzelnen Erreger und bleiben häufig jahrelang oder ein Leben lang erhalten, nachdem sie ausgebildet wurden. Bei wiederholtem Kontakt mit dem Erreger, kann die erworbene Immunabwehr innerhalb kürzester Frist reagieren, so dass es nicht zum Ausbruch einer Krankheit kommt.
Epidemiologie: Lehre von der Verbreitung von Krankheiten und Seuchen bezogen auf bestimmte Populationen (Tier- oder Menschenpopulationen). Epidemiologen untersuchen, woher eine Seuche kommt, wo sich die Quelle befindet, auf welchem Weg sie sich verbreitet und welche gesundheitlichen, sozialen oder ökonomischen Auswirkungen sie hat. Zudem befassen sich Epidemiologen mit der Vorbeugung vor Seuchen.
Zoologie: Die Zoologie ist ein Bereich der Biologie und befasst sich mit der Lehre von den Tierarten. In dieser Forschungsdisziplin werden Gestalt und Eigenschaften von Tierarten – vom Insekt (s. Entomologie) bis zur Fledermaus – erforscht. Hierzu gehören neben der Verbreitung von Tierarten die Umweltbeziehungen (Ökologie), die Verhaltenskunde und die Genetik. Die Zoologie betrachtet den Einfluss menschlicher Eingriffe in die Umwelt, da diese häufig dazu führen, dass dort ansässige Tiere sich einen neuen Lebensraum – möglicherweise dichter an den Menschen als zuvor – suchen müssen.
Entomologie: Forschungszweig der Zoologie, der sich mit Insekten befasst. Im Kontext mit Infektionskrankheiten ist die Zusammenarbeit mit Insektenforschern wichtig, da beispielsweise Stechmücken als so genannte Vektoren auftreten können, wenn sie Krankheiten übertragen. Entomologen untersuchen, wo welche Insekten vorkommen und inwieweit sich ihr geographisches Vorkommen im Laufe der Zeit verändert. Im Zuge des Klimawandels können sie beobachten, dass Insekten in Gebiete vordringen, in denen sie bisher keine Überlebenschance hatten.
Ökologie: Als Ökologie wird die Lehre der Beziehungen von Organismen untereinander und zu ihrer Umwelt bezeichnet. Im Kontext mit Infektionskrankheiten werden in der Ökologie unter anderem die wesentlichen Aspekte von Umweltveränderungen untersucht, die dazu beitragen, dass sich Infektionserreger anders ausbreiten als zuvor oder dass neue Übertragungswege entstehen.
Bioinformatik: Viele Fragen der Biologie, Medizin oder Tiermedizin werden heute mit Hilfe des Computers bearbeitet. Viele Analysen, gerade im Bereich Genetik und Sequenzierung, sind ohne Computerprogramme undenkbar. Hierbei unterstützen Bioinformatiker, die das Wissen aus Lebenswissenschaften und Informatik mitbringen.
Veterinärmedizin: Veterinärmedizin, auch Tiermedizin genannt, befasst sich in erster Linie mit der Gesundheit von Tieren. Da Tiere in vielfältigem Austausch mit Menschen stehen, sei es als Haustiere oder auch als Lebensmittel-Lieferanten, ist die Tiergesundheit eine wesentliche Voraussetzung für die menschliche Gesundheit. Diese Erkenntnis hatte bereits Rudolph Virchow im Jahr 1873, als er feststellte, dass sich Tier- und Humanmedizin nicht in der Sache, nur im Objekt unterscheiden. In der modernen Welt findet sich dies in dem so genannten „One Health-Gedanken“ wieder.
Humanmedizin: Die Humanmedizin ist die Medizin am Menschen. Dabei steht neben der individuellen Gesundheit auch immer die öffentliche Gesundheit („Public Health“) im Fokus. Viele Aspekte der Humanmedizin betreffen beide Bereiche: Dies ist zum Beispiel beim Impfen der Fall. Neben dem Schutz für die Einzelperson bewirkt die Impfung gegen eine gefährliche Krankheit auch einen indirekten Schutz für andere Personen, die nicht geimpft sind, da sie sich dann mit geringerer Wahrscheinlichkeit infizieren können.
Grundlagenforschung: Die Grundlagenforschung befasst sich hypothesengesteuert mit der Erforschung von Krankheitserregern und Krankheitsmechanismen. Dabei werden zum Beispiel grundlegende Eigenschaften der Erreger, des Wirts und der Immunabwehr untersucht. In darauf aufbauenden Schritten wird das Zusammenspiel dieser Faktoren betrachtet. Erste Ideen und Versuche zur Entwicklung von Medikamenten, diagnostischen Hilfsmitteln oder Impfstoffen werden von Grundlagenforschern getestet, bevor sie in Richtung Anwendung entwickelt werden können.
Klinische Forschung: In der klinischen Forschung werden an Patienten oder gesunden Probanden Behandlungsmöglichkeiten oder Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht. In manchen klinischen Studien wird auch geprüft, wie bereits bestehende Behandlungen verbessert werden können. Hierbei müssen strenge rechtliche und ethische Richtlinien beachtet werden. Die regulatorischen Vorgaben zum Schutz des Patienten sind in Deutschland sehr streng.